50 Jahre SG Kickers Worms  -  Chronik

In den Jahren 1932-33 schuf die Stadt Worms in Verbindung mit der Bau- und Bodenbank vorwiegend in Selbsthilfe im Süden der Stadt den Stadtteil Rohrlache, später genannt Karl-Marx-Siedlung. Nach dem zweiten Weltkrieg zählte dieser Stadtteil etwa 1000 Bewohner. 1948 kurz nach der Währungsreform erstellte die Stadt weitere 24 Siedlungshäuser auf gleicher Basis. Die Jugend verbrachte ihre Freizeit auf dem kleinen Spielplatz neben der alten Bundesstraße 9.

Inzwischen hatten die alten Turn- und Sportvereine wieder durch die französische Militärregierung  die Genehmigung  erhalten,  sich  zu  formieren und  ihren Sportbetrieb wieder aufgenommen. So wurde auch in der Karl-Marx-Siedlung nach mehreren Wochen des "Wildspielens" der Gedanke in die Tat umgesetzt, einen Sportverein zu gründen. Dies war jedoch leichter gesagt als getan, denn die französische Militärregierung überwachte sehr genau jeden Zusammenschluß und Gründung von Vereinen und Verbänden. Außerdem durften bei einer Gründung keine Personen dabei sein, die einer verbotenen Organisation angehört hatten. Trotz aller vorhandenen Schwierigkeiten führte der 1. Vorsitzende Wilhelm Müller die Verhandlungen  mit den  einzelnen Fachverbänden  und der  zuständigen Militärregierung weiter und erhielt zum 11. August 1949 die Genehmigung zur Abhaltung der Gründerversammlung, zu welcher dann 48 Personen anwesend waren.

Der neugegründete Verein, die Sport-Gemeinschaft Kickers Worms, nahm die bereits vorhandene Gesangsgruppe auf und schuf eine Fußball- und Tischtennis-Abteilung. Nach wenigen Wochen war der Mitgliederstand auf 100 Personen angewachsen. Nach der Aufnahme in den Sportbund sowie in den Südwestdeutschen Fußballverband konnte der Verein seine Aktivitäten aufnehmen. Ein besonderes Kapitel war jedoch die Beschaffung eines Sportplatzes, für den in diesem Stadtteil kein Platz vorgesehen war. Nach Verhandlungen mit der Stadtverwaltung durften wir unseren Spielbetrieb gemeinsam mit der kath. Jugend, welche Pächter des Geländes war, auf dem früheren Olympia-Sportplatz im oberen Busch aufnehmen.

Doch die Freude währte nicht lange, denn der Platz wurde später durch amerikanische Truppen beschlagnahmt für anderweitige Zwecke. So waren wir wieder ohne Sportplatz. Unseren Spielbetrieb konnten wir kurzzeitig auf dem Gelände des VfL Alemannia Worms aufrecht erhalten. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Firma C. Heyl AG durften wir uns auf der ,,Aul"(Lobuckel = Gerbrückstand von der Fa. Heyl) nach Auffüllung einiger 1000 m³ Schuttmasse eine entsprechende Fläche als Sportplatz herrichten. Doch auch dies ging nur einige Jahre gut bis die Firma C. Heyl AG das Gelände an die Firma Ettel verkaufte, so wurde unser schöner, in mühevoller Arbeit hergerichteter Sportplatz, ein Holzlager. Wiederum stand das Sportplatzproblem im Vordergrund des Vereinsgeschehens, denn was ist ein Fussballverein ohne Platz? Es mußten erneut Verhandlungen mit der Stadtverwaltung aufgenommenen werden, welche nun von besonderem Erfolg waren.

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